
Lebenskunst-Werk

Anja Lamprecht-Löwe
Ich bin Anja – Audiografin, Autorin und biografische Schreibbegleiterin. Ich höre Menschen gern aufmerksam zu und begleite sie dabei, ihre Lebensgeschichten zu erzählen, zu ordnen und zu bewahren – schreibend und hörbar. Dabei verbinde ich biografisches Schreiben mit psychologischer Beratung und einer großen Liebe zur Sprache.
Mich interessieren die leisen Töne, die Wendepunkte und das, was ein Leben in seiner Tiefe ausmacht. Besonders Menschen in der zweiten Lebenshälfte erlebe ich als reich an Erfahrung und Geschichten, die es wert sind, gehört zu werden.
In meiner Arbeit schaffe ich Räume, in denen Erinnerungen ohne Druck ihren Platz finden dürfen. Ich bin überzeugt: Jede Geschichte verdient es erzählt und gehört zu werden.
Meine Geschichte - Ein Interview mit Anja
Was hat dich auf deinen heutigen Weg geführt? Gab es Erfahrungen oder Wendepunkte, die dich geprägt haben?
Geschichten wurden mir buchstäblich in die Wiege gelegt: Schon meine Vorfahren hielten ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken über Generationen hinweg in Büchern fest. Dieses familiäre Vermächtnis hat mich früh geprägt und meine Faszination für das, was Menschen bewegt, bis heute begleitet.
Viele Erfahrungen und Wendepunkte haben meinen Weg weiter geformt, aber besonders die Kombination aus meiner Leidenschaft für Geschichten und meiner Ausbildung im psychologischen Bereich war entscheidend. Ich habe erkannt, wie heilsam es sein kann, Menschen beim Erzählen ihrer eigenen Lebensgeschichte zu begleiten.
Heute ist mein Schwerpunkt die Arbeit mit Schreibprojekten und Audiografien. Ich unterstütze Menschen dabei, ihre Erinnerungen hörbar und lebendig zu machen – für sich selbst, ihre Familien und kommende Generationen. So verbinden sich persönliche Begeisterung, Erfahrung und Beruf zu einem stimmigen Ganzen.
Was hat dich motiviert, Teil des Lebenskunst-Werks zu werden?
Das Lebenskunst-Werk steht für eine Haltung, die ich aus meiner eigenen Arbeit gut kenne: dem Leben mit Aufmerksamkeit, Würde und Neugier zu begegnen, besonders in Phasen des Wandels. Mich hat angesprochen, dass hier nicht nach schnellen Lösungen gesucht wird, sondern nach Wegen, die Tiefe, Erfahrung und persönliche Entwicklung ernst nehmen.
In meiner Arbeit mit Lebensgeschichten erlebe ich immer wieder, wie wertvoll es ist, innezuhalten, zurückzublicken und dem eigenen Erleben Bedeutung zu geben. Das Lebenskunst-Werk bietet dafür einen Rahmen, der Menschen in der zweiten Lebenshälfte stärkt und begleitet, ohne zu bewerten oder zu therapieren. Teil dieses Netzwerks zu sein, fühlt sich für mich sehr stimmig an.
Welche Werte leiten dich in deiner Arbeit mit Menschen?
Meine Arbeit wird von Unabhängigkeit, Wachstum und Weiterentwicklung getragen. Mir ist wichtig, dass Menschen ihre Geschichte selbstbestimmt und in ihrer eigenen Sprache erzählen können vollkomme ohne Druck und ohne Erwartungen von außen.
Liebe und Akzeptanz zeigen sich für mich in einer offenen, wertschätzenden Haltung. Ich schaffe Räume, in denen Erfahrungen angenommen werden dürfen, so wie sie sind. Diese Werte geben meiner Arbeit Tiefe und unterstützen Menschen dabei, sich selbst besser zu verstehen und innerlich weiterzugehen.
Was bedeutet für dich „Lebenskunst“?
Antwort: Lebenskunst heißt für mich, dem eigenen Leben aufmerksam zu begegnen, Erfahrungen anzunehmen und den eigenen Weg bewusst weiter zu gestalten.
Auf welche Themen oder Methoden hast du dich spezialisiert – und warum?
Ich habe mich auf biografisches Schreiben, Audiografien und die begleitete Arbeit mit Lebensgeschichten spezialisiert. Im Mittelpunkt stehen dabei das Erzählen, Erinnern und Ordnen von Erfahrungen – schreibend oder hörbar.
Warum? Weil ich immer wieder erlebe, wie stärkend es ist, dem eigenen Leben Struktur und Bedeutung zu geben. Gerade in Übergangsphasen oder in der zweiten Lebenshälfte hilft die Arbeit mit der eigenen Geschichte, Klarheit zu gewinnen, Zusammenhänge zu erkennen und neue Perspektiven zu entwickeln. Diese Form der Begleitung verbindet für mich Tiefe, Kreativität und persönliche Entwicklung auf eine sehr natürliche Weise.
Wie arbeitest du? (z.B. Ansatz, Methodik, besondere Schwerpunkte)
Antwort: Ich arbeite dialogisch und ressourcenorientiert in einem geschützten Rahmen. Im Mittelpunkt stehen Erzählen, Zuhören und das behutsame Ordnen von Erinnerungen. Es braucht keine Vorbereitung – alles entsteht im gemeinsamen Prozess.
Je nach Setting nutze ich Gespräche und Schreibimpulse. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Authentizität und einen stimmigen roten Faden. Ein respektvolles Tempo und eine wertschätzende Atmosphäre sind mir dabei besonders wichtig.
Was können Teilnehmende in deinen Kursen oder Beratungen konkret erwarten?
Teilnehmende können einen geschützten Raum erwarten, in dem ihre Lebensgeschichte ernst genommen wird. Sie bekommen klare Impulse, die beim Erinnern, Schreiben und Erzählen unterstützen – ohne Druck und ohne Leistungsanspruch.
In meinen Kursen und Beratungen geht es darum, eigene Erfahrungen zu ordnen, Zusammenhänge zu erkennen und den roten Faden des eigenen Lebens sichtbar zu machen. Die Teilnehmenden gewinnen Klarheit über das, was sie geprägt hat, und finden Worte für das, was vielleicht lange unausgesprochen blieb.
Welche Rückmeldungen bekommst du besonders häufig von Teilnehmenden?
Viele Teilnehmende sagen mir, dass sie sich in der Arbeit mit mir sicher und gut aufgehoben fühlen. Sie schätzen besonders die ruhige Atmosphäre und den Raum, den sie zum Erzählen und Nachdenken bekommen.
Häufig höre ich auch, dass ihnen das Schreiben geholfen hat, ihre eigene Geschichte klarer zu sehen und sich selbst besser zu verstehen. Viele sind überrascht, wie viel bereits da ist, wenn man sich Zeit nimmt und wirklich zuhört.
Wofür bist du in deiner Begleitung bekannt?
Antwort: Für meine ruhige, zugewandte Begleitung, mein aufmerksames Zuhören und das Gespür für den roten Faden in Lebensgeschichten.
Welche Menschen profitieren besonders von deinen Kursen oder Beratungen?
Meine Angebote richten sich besonders an Menschen in Übergangsphasen, in der zweiten Lebenshälfte und an alle, die ihrer Geschichte bewusst Raum geben möchten.
Was begeistert dich persönlich gerade am meisten?
Mich begeistert aktuell, wie Menschen in der zweiten Lebenshälfte ihre Geschichten neu entdecken und zum Klingen bringen – sei es im Schreiben oder in einer Audiografie. Ich sehe, wie viel Kraft, Klarheit und Freude es schenkt, Erinnerungen bewusst zu ordnen und lebendig zu machen.
Es fasziniert mich auch, wie aus einzelnen Momenten, kleinen Anekdoten und persönlichen Reflexionen ein stimmiges Ganzes entsteht – ein Text, der die Persönlichkeit spürbar trägt. Dieses kreative Entstehen, das gleichzeitig persönliche Entwicklung ermöglicht, begeistert mich immer wieder aufs Neue.
Gibt es ein Motto oder einen Gedanken, der dich begleitet?
„Jede Geschichte verdient es, erzählt zu werden.“
Dieser Gedanke begleitet mich in meiner Arbeit und in meinem Leben. Er erinnert mich daran, dass jeder Mensch wertvolle Erfahrungen, Erinnerungen und Einsichten hat, die es verdienen, gehört und bewahrt zu werden. Für mich ist das nicht nur Leitgedanke, sondern Haltung: aufmerksam, respektvoll und zugewandt den Geschichten der Menschen zu begegnen.